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Fotografie zwischen Dokumentation und Kunst bei Bernd und Hilla Becher, August Sander et altera

„Eine Fotografie kann Dokument und Dokumentarfoto gleichzeitig sein. Ein Dokument ist jedoch nicht zwangsläufig eine Fotografie und nur weil ein Foto ein Dokument ist, handelt es sich dabei noch nicht um eine Dokumentarfotografie.“

Schöne Sätze aus der Doktorarbeit von Annika Baacke.

Sie untersucht Karl Blossfeldt, August Sander, Albert Renger-Patzsch sowie Bernd und Hilla Becher.

Es sind prominente Namen und entsprechend groß ist auch der wissenschaftliche Apparat. Eine Promotion, die gut zu lesen ist und uns auf den Stand der Forschung bringt.

Sie kommt u.a. zu folgender Einschätzung:
„Folgt man den in den 1930er Jahren formulierten Eigenschaften der Dokumentarfotografie, so entspricht keines der vier hier behandelten Werke den Ansprüchen, die an dieses Genre gestellt wurden. Karl Blossfeldt, August Sander, Albert Renger-Patzsch sowie Bernd und Hilla Becher verfolgen mit ihren Fotografien zwar einen sachlich-objektiven Ansatz, doch fehlt ihren Bildern die sozialkritische Komponente. Karl Blossfeldts Pflanzenfotografien etwa klammern einen sozialkritischen Kommentar aus. Sie weisen weder auf die Zerstörung der Umwelt hin, noch liefern sie einen generellen Kommentar zum Miteinander von Mensch und Natur. Durch die Isolation der Pflanzen, die Konzentration auf Formdetails und das Aussparen des natürlichen Umfeldes ist eine Lesart im Sinne der klassischen Dokumentarfotografie ausgeschlossen. Auch August Sanders Portraitaufnahmen beanstanden die herrschenden gesellschaftlichen Verhältnisse nicht. Sanders Ziel ist es, eine neutrale Bestandsaufnahme der verschiedenen Gesellschaftsschichten zu erstellen, ohne dabei für eine Gruppe Partei zu ergreifen. Gleiches gilt für die Arbeiten Albert Renger-Patzschs sowie Bernd und Hilla Bechers. Die Fotografen zeigen Landschaften und Architekturen, Gegenstände und mitunter auch Menschen, der sozialkritische Kommentar jedoch bleibt aus. Es ist nicht das Anliegen der Fotografen hier auf Missstände aufmerksam zu machen. Die Objekte sind Mittelpunkt und sollen für sich selbst sprechen.“

Die Indexierung führt im Vergleich dazu, mehr zu sehen als ein einzelnes Foto kann.

Die Bechers selbst haben in einem Film einmal darauf hingewiesen, daß sie eigentlich gebaute Zeitzeugen fotografiert haben, die für sich stehen. Erst später bei der Anordnung der Fotos ergaben sich neue Gesichtspunkte, weil verschiedene  Fotos miteinander verglichen werden konnten und damit Parallelen, Unterschiede und Veränderungen sichtbar wurden. So wurde z.B. bei Industriebauten eine Architektur sichtbar, die sich rein aus der Funktion ergab.

Da die Fotos der Genannten einzeln eher nicht einzuordnen sind, macht es die Masse, die den Vergleich ermöglicht. Das steht alles sehr schön in dem Buch.

Ich finde die Doktorarbeit als aufgearbeiteter Text zur Fotografie ausgesprochen gut, weil Frau Baacke auch lesbar schreibt.

Daher möchte ich ihr Buch empfehlen.

Die Doktorarbeit steht als pdf-Datei kostenlos als Download zur Verfügung.

Wer wirklich was wissen will zu diesen Namen und der Dokumentarfotografie und der dokumentierenden Fotografie, der findet hier etwas mit Substanz und bei Glasenapp die Hintergründe dazu.

Was ist dokumentarischer Stil in der Fotografie?

Die Anforderung lautet Fotos im dokumentarischen Stil zu erstellen.

Es sollen keine Architekturfotos werden, auf denen die Räume oder Gebäude gezeigt werden, sondern es soll dokumentarisch sein.

Wenn ich dann nachfrage, was damit gemeint ist, wird es interessant.

Und deshalb möchte ich das Ganze hier einmal aufgreifen.

Dokumentarfotografie kann das Fotografieren von Gebäuden sein wie bei den Bechers. Das überlappt sich schon mit dem Wort Architekturfotografie. Diese versucht möglichst getreu Räume und Gebäude oder anderes wiederzugeben, abzufotografieren. Es kann auch Tatortfotografie sein, die sehr konkret und funktional ist.

Aber Stile in der Fotografie sind ja besondere Eigenarten beim Fotografieren gewesen, die in einer bestimmten Zeit und/oder Situation eingesetzt wurden, sei es, weil es technisch nichts anderes gab oder weil man es so wollte.

Und nach mehr als hundert Jahren Fotografie gibt es viele Stile und seit der Einführung der digitalen Fotografie mit dem Filtermix ist die Auswahl fast unendlich.

Foto Mahlke

 

Dokumentarisch und dokumentierend – wo ist da der Unterschied?

Wer dokumentiert ist dabei, er/sie hat also die Augenzeugenschaft und wählt dann durch den Ausschnitt in der Kamera und durch die Gestaltung die Dinge so aus wie sie erfasst werden sollen.

Das ist eine Reportage, wenn es um ein Ereignis und einen Ablauf geht und es sozial wird, also Menschen dabei sind (manchmal auch Tiere).

Fotoreportagen dokumentieren und sind daher dokumentarisch aber nicht immer Dokumentarfotografie.

 

Der dokumentarische Stil in der Auftragsfotografie

Wenn es nun um Auftragsfotografie geht, bei der im dokumentarischen Stil gearbeitet werden soll, dann geht es meistens um die Darstellung von Abläufen und Inhalten. Das können Workshops, Konferenzen, Arbeitsabläufe, Stimmungen, Darstellungen, Gruppen etc. sein.

Darstellen bedeutet ich fotografiere entweder Dinge und Abläufe im realen Zusammenhang oder stelle Situationen dar, die das wiedergeben, was sonst so abläuft.

Dokumentarischer Stil ist dabei nicht festgelegt. Der Auftraggeber entscheidet (meist hinterher) welcher Stil zu ihm paßt, eher kühl oder poppig, monochrom oder farbig, körnig oder glatt etc. Farben und fotografische Art der Fotos sollten vorher besprochen werden. Monochrome Fotos lassen mehr Deutung zu aber wirken auch dokumentierender.

Der dokumentarische Stil in der Auftragsfotografie ist also immer das Ergebnis eines Gespräches zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer. Dann wird es für beide Seiten ein Erfolg.

 

Aber damit ist das alles ja noch nicht zu Ende.

 

Vom dokumentarischen zum sozial-dokumentarischen Stil

Ich komme aus der Wirtschaft. Unternehmen sind soziale Veranstaltungen. Wenn es darum geht den „Geist“ eines Unternehmens, die Kreativität, die Bedingungen des Handelns etc. einzufangen, dann kann dies meiner Meinung nach nur durch Reportagefotografie im Ablauf erfolgen mit nachträglicher Bearbeitung.

Will ich funktionell nutzbare Fotos mit symbolischen Aussagen oder will ich das was geschieht im sozialen Ablauf da zeigen, wo es stattfindet?

Das ist dann der sozial-dokumentarische Stil, der zugleich wichtig ist für Erinnerungskultur.

 

Der dokumentarische Stil in der deutschen Fotografie

Theoretisch hat dies ganz gut Klaus Honnef nach einer Diskussion in Leipzig zusammengefaßt: “ Es sind in erster Linie drei formale Innovationen, die im 20. Jahrhundert zu einem dokumentarischen Stil in der Fotografie geführt haben: die Nutzung der seriellen Reihung durch August Sander (im Gefolge der enzyklopädischen Ansätze in der wissenschaftlichen und pseudowissenschaftlichen Fotografie des 19. Jahrhunderts), Walker Evans und Bernd und Hilla Becher, zweitens der Einsatz unkonventioneller Blickwinkel und innerbildnerischer Montageelemente durch die sowjetische „Revolutionsfotografie“ sowie das „Neue Sehen“ mit einem immanenten Hang zur Propaganda und zur Werbung und last but not least die Verwendung ungewöhnlicher Sichtweisen im Zuge einer neoveristischen Ästhetik durch Robert Frank, Chargesheimer und William Klein. Sämtliche Innovationen reflektieren nicht zuletzt auf die besondere Wesensstruktur des fotografischen Mediums, seine seriell-industrielle Produktionsweise, seine mechanische Aufnahmetechnik und seine konstruktivistische Eigenart.“

Ich hoffe, mit diesen Gedanken dem dokumentarischen Stil einen angemessenen Raum gegeben zu haben und praxisrelevante Fragen gut beantwortet zu haben.

Mehr Theorie finden Sie in diesem Artikel und mehr Praxis der Theorie auf dieser Webseite.

 

 

Das Fotobuch und seine Bedeutung in der Dokumentarfotografie

Michael Mahlke Fotobücher

Michael Mahlke Fotobücher

Einige Erfahrungen online und offline

Nun schreibe ich über zehn Jahre digital über Dokumentarfotografie.

Da lohnt sich für mich die Frage, welche Rolle dabei Fotobücher gespielt haben?

Denn in digitalen Zeiten sind viele Fotos ja auf Webseiten zu finden – sollte man meinen.

Aber da fängt es schon an.

„Scanning“ oder Quantitative Orientierung in der Fotografie?

Ordnung oder Unordnung – Foto: Michael Mahlke

Immer mehr

Wie geht man damit um, dass es immer mehr Medien an immer mehr Stellen unseres Lebens gibt und diese Medien immer mehr unserer Lebensbereiche durchdringen und (mit?)bestimmen?

Zwischen Zahl und Total

Einen interessanten Ansatz bietet die Ausstellung „24 Dokumente von heute“ im Fotomuseum Winterthur.

Dort heisst es: „Mit den 24 ausgewählten, exemplarischen «Dokumenten» dieser Ausstellung wird ein komplexes Netz aus losen und festeren Bezügen geknüpft, das den Status des dokumentarischen Bilds im Hier und Jetzt einfängt. Das dabei vorgeführte Hin- und Herspringen zwischen Themen und medialen Formen, zwischen offiziellen Pressebildern (Wladimir Putin beim Angeln) und anthropologischen Untersuchungen des Familienbildes (die Vox Populi-Arbeit von Fiona Tan) entspricht in etwa unsere heutigen Seherfahrung zwischen High und Low, zwischen Unmittelbarkeit und Tiefgang. Das Erobern fremder Orte oder die stille Annäherung an ein persönliches Thema sind andere Pole der Ausstellung.“

Um durch die Unübersichtlichkeit zu kommen wird quantitativ vorgegangen, indem eine Zahl, die 24, als Ordnungsprinzip gilt.

Sie ist quasi die einzige Verbindung. Das ist in vielfacher Hinsicht bemerkenswert, weil es zeigt, wie Zahlen unser Leben bestimmen können. Aber dies ist nur ein Aspekt.

Ganz anders ist es in der Ausstellung „Fotografie Total. Werke aus der Sammlung des MMK“.

Dort heisst es: „Über sieben Monate hinweg zeigt das Museum in wechselnden Werk- und Raumfolgen neue thematische Zusammenstellungen seiner fotografischen Werke mit einem Schwerpunkt auf den bedeutenden konzeptuellen Arbeiten. Zu sehen sind dabei Fotografien von Lothar Baumgarten, Anna und Bernhard Blume und Bernd und Hilla Becher. Ebenso im Fokus stehen Videoinstallationen von Aernout Mik, Mario Pfeifer und Bill Viola sowie die Reportage-Fotografie aus den Sammlungsbeständen des MMK. Hier sind besonders die Werke von Paul Almasy, Anja Niedringhaus und Barbara Klemm hervorzuheben, wobei das MMK von letzterer allein 250 Werke in den vergangenen Jahren erworben hat.“

Das Wort „Total“ bezieht sich dabei laut Webseite auf die ca. 2600 Fotos, die das Museum bisher gekauft hat und von denen abwechselnd nun einige ausgestellt werden. Das Ordnungsprinzip ist hier also die mengenmäßige Einschränkung des bisher Gekauften – also ebenfalls wieder eine quantitative Größe.

Quantität als Qualitätskriterien?

Nun sind quantitative Merkmale keine qualitativen Merkmale und nicht unbedingt „Qualitätsmerkmale“. Man könnte heute

  • die Aufmerksamkeit vorher benannter Medien,
  • das Vorkommen in Suchmaschinen,
  • die Anzahl der Ausstellungen etc.

messen und als Kriterien nehmen.

Was würde dies bedeuten?

Es würde bedeuten, dass vielfach die quantitativen Kriterien entscheidend sind für die Aussage, es handele sich um Qualität.

Denn der Qualitätsbegriff ist in diesem Fall nicht mehr abhängig von handwerklichen Kriterien sondern von medialen Kriterien wie Aufmerksamkeit, Präsenz und Öffentlichkeit.

Es gibt natürlich tausende von Fotoausstellungen pro Jahr. Dabei sind die im Internet nicht mitgezählt. Aber manchmal kann man mit einem Korn die Welt erklären. Daher sind für mich  die Ausstellungen, die ich hier genannt habe, ein Merkmal für den Wandel der Orientierung von Museen im Umgang mit den Veränderungen der digitalen Welt.

Und so filtert sich heraus, was wichtig wird und es muß gefragt werden, ob das Wichtige sinnvoll ist. Damit wären wir wieder bei der Qualität – einem unendlichen Thema…

Ich möchte an dieser Stelle noch einen Gedanken in die Diskussion einbringen.

Das digitale Meer (Mehr?)

„Visuelle Kultur bzw. Visual Culture Studies fragen danach, wie die Bilder entstehen, wer sie an welche Orte bringt, was sie bewirken und wohin die Bilder uns leiten. Man schreibt nicht mehr über Fotografien sondern über ihre intermedialen Vernetzungen, über Blickpraktiken, über User-Repräsentationen und Technologien des Selbst mittels Fotografien.“

Dieser Gedanke von Susanne Regener zeigt die Schnittstelle der Veränderungen. Hat dies Auswirkungen auf die traditionelle Art der Fotoausstellung? Ich denke ja und die beiden Beispiele zeigen die überlegte Reaktion von Museumsgestaltern auf die Veränderungen.

Der Stellenwert einzelner Fotos als Ikonen ist in einem Meer von digitalen Fotos zeitlich maximal minimiert. Der Bestandswert geht gegen Null und der Gebrauchswert wird im Rahmen eines ununterbrochenen Medienflusses auf die themenorientierte Leitplankenfunktion  des „Scanning“ funktionell reduziert.

So wie man sich dem Anblick des Meeres hingibt, wird man sich zukünftig dem Meer der digitalen Fotos hingeben und festgehaltene Momente als Teil des Wahrnehmungsstromes (Scanning) sehen, in dem ein Foto schon einen Moment später vom nächsten Foto abgelöst wird.

Es sind die kräuselnden Wellen des Meeres, die den Ikonen der Fotografie im digitalen Meer entsprechen und denen wir ein längeres Scannen, ein längeres Verweilen als einziges Merkmal der Abgrenzung zubilligen, bevor es wieder abgelöst wird durch neue Momente.

Und so wird die Sehnsucht nach dem Tropfen die Sehnsucht nach dem einen Foto wiederspiegeln, welches ebensogut wie ein ganzer Fotostrom sein kann. Und dies wird die Stelle sein, an der neue Chancen entstehen, irgendwie und irgendwann – vielleicht.

Der Hype garantiert Geld

Bis dahin ist es ein guter Trost, dass der Hype in der Kunst immer wieder dazu führen wird, als soziale Gebrauchsweise viel Geld  in von einschlägigen Kreisen definierten „Kunstwerken“ als Fotokunst anzulegen, so dass Fotos vielleicht ihren Wert verlieren aber einen hohen Preis erzielen und dadurch wieder „wertvoll“ werden, preislich geprochen.

Bis dahin tschüss!

Vom virtuosen Photographen zur virtuellen Fotografie

Foto: Michael Mahlke

Seitdem Bourdieus „Eine illegitime Kunst“ 1965 erschienen ist, ist die Diskussion darüber nicht abgerissen, aber immer nur in kleinen Kreisen.

Deshalb möchte ich meine Beschäftigung mit diesem Thema und den sozialen Gebrauchsweisen der Fotografie mit diesem Artikel dem aktuellen fotografischen Zeitgeist zuführen und damit auch diesen Zyklus beenden und mich vom Schreiben mehr abwenden und dem Fotografieren mehr zuwenden.

In Bourdieus Buch schreibt Jean-Claude Chamboredon über „Mechanische, unkultivierte Kunst“. Dort benutzt er den Begriff des „virtuosen Photographen“ und läßt unter anderem Brassai, Man Ray und Henri Cartier-Bresson zu Wort kommen.

Damit ist klar, was mit diesem Begriff zu Beginn der 60er Jahre gemeint war: gelungene Fotos.

Damals war das Thema Fotokunst noch nicht so stark abgegrenzt vom Thema Dokumentarfotografie und teilweise deckungsgleich.

Wodurch ist ein Foto gut?

Ein paar Jahre danach schrieb 1969  Andreas Feininger zur Frage “Wodurch wird eine Fotografie gut?”

folgendes: “Beim Analysieren von Fotos, die ich instinktmäßig als »gut« empfand, fand ich, daß diese Bilder ausnahmslos, obwohl in verschiedenem Maße, vier besondere Eigenschaften hatten:

  1. Aufmerksamkeit zu erregen
  2. Absicht und Sinn zu offenbaren
  3. gefühlsmäßig zu wirken
  4. grafische Gestaltung zu besitzen.”

Diese Attribute beziehen sich offenkundig auf Fotos und nicht auf Fotokunst. Doch die Schnittmenge bleibt wie noch zu sehen sein wird.

Was ist virtuos?

Damit kommen wir der Frage, was man unter einem virtuosen Photographen verstehen kann, ein Stück näher.

Virtuos ist eine Fähigkeit, die über das Erlernte hinausgeht. Virtuos ist damit individuell und somit personengebunden.

Und virtuos ist an eine spezielle Fähigkeit gekoppelt. Hier ist es die Fähigkeit, aus einem Fotoapparat mehr herauszuholen als andere auf bestimmte Weise.

Dies ist also weniger die Fähigkeit, einen Fotoapparat bedienen zu können als z.B. die Fähigkeit, den richtigen Zeitpunkt in einer Situation einzufangen oder das Foto geometrisch zu gestalten oder das Wichtige vom weniger Wichtigen durch Schärfe bzw. Unschärfe zu trennen etc.

Das hat auch etwas mit Visionen zu tun, die das eigene fotografische Tun leiten und es hat mit dem Zeitgeist zu tun, der sich aus den dominierenden Sichtweisen zusammensetzt, die wiederum mit den technischen Möglichkeiten zusammenhängen.

Zwischen virtuos und virtuell

Um das Thema konkret anzupacken, möchte ich die hier mehrfach fotografisch dargestellten, bearbeiteten bzw. als Fotokunst kreierten Bücher nehmen, die zusammen fast einen Zeitraum von 50 Jahren Beschäftigung mit dem Thema Fotografie und Fotokunst abdecken und den sozialen Umgang mit Fotografie durch sich selbst und durch die Inhalte dokumentieren.

Bourdieu untersuchte Fotografie und ihre Anwendung im Rahmen der sozialen Verhaltensweisen. Seine Beispiele zeigen, dass die Gestaltung von Fotos vielfach durch die Menschen erfolgt, die aufgenommen werden.

So fangen Familienfotos keine spontanen Situationen ein sondern sind geplante Ereignisse mit Anzug, Positionierung der Gruppe und gewollter Aussagekraft.

Dies ist dann ein sozialer Prozess, der dokumentiert wird, eben eine soziale Gebrauchsweise.

Foto: Michael Mahlke

Fotografie als fortgeschrittene Kunst

Charlotte Cotton verfolgt in ihrem Buch „the photograph as contemporary art“, die Entwicklungen seit dieser Zeit (das Buch ist mittlerweile auch auf deutsch erschienen, zur Beurteilung der Übersetzung ins Deutsche gibt es hier Informationen).

Sie zeigt, dass die Versuche, aus Fotografie „conceptual art“ – also eine geplante Kunst – zu machen, durch die Nutzung der Fotografie bei Künstler-Vorführungen (Performances) erhebliche Anstösse bekam.

Aus Schnappschüssen und ihren Meistern/- innen entwickelte sich eine gestaltete Fotografie, die das eigentliche Bild vielfach nur noch zum Festhalten der ausgedachten Situation nutzte.

Und es entwickelte sich „Deadpan“. Es ist der englische Begriff für emotionslos und weist auf die Fotografie hin, die ohne Anteilnahme Aufnahmen plant und festhält.

Diese wurde in den 90er Jahren populär, quasi parallel zum wachsenden Markt für Fotokunst.

Es sind Bilder, die als „Germanic“ bezeichnet werden und Namen wie Becher und Gurski meinen. Aber auch Niedermayr, Smith oder Burtynsky fallen darunter.

Es ist eine neue Sachlichkeit der Fotografie, die durch ihre unpersönliche Art der Darstellung sich gut zur Vermarktung im Bereich Fotokunst eignet.

State of the art photography

Das zur Ausstellung im NRW-Forum erschienene Buch „state of the art photography“ zeigt nun einen weiteren Schritt. Parallel zu realen Welten werden nun aus Fotos auch neue Welten kreiert.

So heisst es zum Beispiel bei Alex Grein, die bei Andreas Gursky ausgebildet wurde: „Die fotografischen Arbeiten Arbeiten setzen sich aus Bildausschnitten zusammen, die Satellitenaufnahmen von Google Earth entstammen. Deren Objektivität wird durch eine subjektive Rekonstruktion abgelöst. Eine neue Landschaft entsteht.“

Ossian Ward hat dies alles in dem Buch so ausgedrückt: „Die Künstler, die heutzutage mit dem Medium Fotografie arbeiten, sind deshalb nicht einfach nur Fotografen sondern auch Kuratoren, Archivare, Geschichtenerzähler und Gestalter von Abbildern der Wirklichkeit oder ihrer selbst erdachten Welten.“

Nun gab es dies schon länger. Aber entscheidend ist nicht die Existenz von Dingen und sozialen Verhaltensweisen sondern die Dominanz im öffentlichen und sozialen Raum.

Also, was wird in Museen ausgestellt, worüber schreiben die Medien offline und online, was wird im Fernsehen gezeigt, worüber gibt es neue Bücher und vieles mehr.

Und da ist es so, dass diese Themen aktuell dominieren. Und damit ist aus der virtuosen Fotografie eine virtuelle Fotografie geworden, die nicht mehr das Abbilden der Realität sondern die Verarbeitung von digital vorliegenden Inhalten jeder Art zum Thema hat.

 

Foto: Michael Mahlke

 

Der Markt für diese Art von transzendierter Fotografie wächst. Gestaltete reale und virtuelle Inhalte werden immer mehr im sozialen Umfeld von Menschen eine Rolle spielen. Die Fotografie als Element des menschlichen Alltags wird zunehmend zum Ausdrucksmittel einer neuer Definition von Kunst.

Somit wird sicherlich auch bald der Begriff der virtuosen virtuellen Fotografie Einzug halten, um sich besser von anderen unterscheiden zu können.

Ich bin gespannt, wann und wo es soweit ist.

So hat sich der Zeitgeist gewandelt und zeigt sich heute fotografisch in dieser Form. Es sind 50 Jahre Geschichte der Fotografie und Umgang mit einem Medium. Doch wir haben die Schwelle ins digitale Land erst kurz hinter uns gelassen. So wird die Zukunft digital, bunt und auch weiterhin dynamisch voller fotografischer Überraschungen sein.

Was in 50 Jahren unter Fotokunst verstanden wird, werde ich nicht mehr erleben. Aber die Veränderungen der letzten 50 Jahre zeigen, dass es nicht so bleibt wie es ist.

Das ist sicher.

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Event-Fotografie mit Kompaktkameras und digitalen Filtern

Dieser Artikel ist mitten aus dem Leben. WDR 4 und HR 4 laden zu einem Open Air in Willingen im Sauerland ein. Dort filmten unendlich viele Menschen mit Handys, Camcordern und Fotoapparaten. So benutzte auch ich eine kleine kompakte Digitalkamera und fotografierte eine dokumentierende Geschichte dieses Events. Ein Event ist ein Ereignis. Früher hätte man gesagt, man fotografiert auf dem Musikfest. Heute nennt man es anders.Ich wollte einmal an einem alltäglichen Event die Grenzen und Möglichkeiten einer einfachen Kamera ausprobieren.

Hinterher wurden einige Fotos wegen des möglichen Rechtes am eigenen Bild mit digitalen Filtern bearbeitet, obwohl sich ausser mir da wahrscheinlich niemand Gedanken zu gemacht hat. Da es ein öffentlich sichtbares Ereignis war, wäre letztlich auch zu fragen, inwiefern das Recht am eigenen Bild auf dieser Veranstaltung überhaupt eine Rolle spielt. Doch dies wurde hier durch die jeweiligen Aufnahmeperspektive bzw. die Bearbeitung mit Filtern geklärt.

Meine Geschichte entwickelte sich folgendermassen, wobei die Anmerkungen sich auf mögliche Persönlichkeitsrechte und das jeweilige Foto beziehen.

1. Bild – der Weg zum Musikfest

Auf diesem Foto ist nur eine Person richtig erkennbar, nämlich die Frau rechts unten. Da ich diese um Einwilligung gebeten habe, war das Foto kein Problem.

2. Foto – die Leinwand und das Sauerland Open Air

Auf diesem Foto kommt ein digitaler Unschärfefilter zum Einsatz. Ich konnte die Personen nicht fragen, also habe ich radial von der Mitte weg die Unschärfe zunehmen lassen. Ich hätte auch die Menschen alle wegschneiden können, um nur die Aussage zu zeigen. Aber ich finde die Leinwand eingebettet in die Wiese und mit den Menschen und dem Sauerlandstern im Hintergrund interessanter.

3. Foto – der erste Regen

Hier ist auch niemand wirklich erkennbar und/oder steht im Mittelpunkt. Den Mittelpunkt bildet die Dynamik des beginnenden Regens und der heftigen Windböen. Dies wird durch die wehenden Regenmäntel, die Schirme und die nassen Hosen und Jacken sehr gut sichtbar.

4. Foto – Musik im Regen

Auf diesem Foto ist klar, wie es war. Die farbigen und nassen Regenmäntel zeigen die Bedingungen, unter denen Musikbegeisterte dabei waren.

5. Foto – Toiletten

Trotz der Masse Mensch ist niemand persönlich erkennbar. Aber dafür sieht man, wie dort die sanitäre Situation war.

6. Foto – der Pegel steigt

Hier war der digitale Verzeichnungsfilter erforderlich. Er hat zwei Funktionen. Erstens schützt er die Persönlichkeitsrechte und zweitens fokussiert er auf die Hauptaussage des Bildes.

7. Bild – Musikbühne & Musikliebhaber

Hier ist kein Filter erforderlich. Alle schauen nach vorne zur Bühne oder sind nicht erkennbar. Zudem führt der Tisch den Blick direkt ins Bild hinein zur Bühne. Die Sonne scheint und die Wolken über der Bühne zeigen die weitere Entwicklung.

8. Bild – die Stimmung steigt noch höher

Dieses Bild braucht auch einen digitalen Filter. Zugleich wird hier trotz Unschärfe aber die Dynamik der Situation sichtbar.

9. Bild – nass und durstig

Hier ändert sich die Perspektive. Sichtbar wird die andere Seite dieses Festes.

10. Bild – Nässe überall

Der digitale Filter war erforderlich und er nutzt, um oben und unten die Hauptaussagen und Zusammenhänge zu fokussieren.

11. Bild – am Abend

Auch hier war ein Filter erforderlich an den Rändern. Ansonsten fiel das Licht genau in diesem Moment so, dass der Kopf unter der Regenhaube ebenso mit den Wassertropfen ausgeleuchtet wurde wie die Becher am Boden.

12. Foto – das war Musik

Dieses Foto erzählt symbolhaft die gesamte Geschichte dieses Events.

Event-Fotografie ist also nicht nur die Geschichte der Superstars. An diesem Beispiel sieht man, wie man mit einer kleinen Kamera und der Nachbearbeitung mit ein paar digitalen Filtern Bildgeschichten erzählen kann, die lebendig sind.

Natürlich hätte man dies auch über Freistellen und Unschärfe erreichen können. Aber dazu wären größere Kameras erforderlich gewesen.

Daher sollte dieser Artikel zeigen, was man alles machen kann, wenn man „nur“ eine kleine Digitalkamera dabei hat.

Ach so, wie der WDR selbst diese Veranstaltung darstellt finden Sie hier (danke für den Hinweis, Bernd!).

Klassen-Bilder. Sozialdokumentarische Fotografie von Rudolf Stumberger


“Geschichte ist auch Bild-Geschichte.” Damit beginnt Rudolf Stumberger den ersten von zwei Bänden zur sozialdokumentarischen Fotografie. Das Buch ist wissenschaftlich geschrieben und trotzdem lesbar. Das ist nicht selbstverständlich und sollte daher nicht unerwähnt bleiben.

Und es zeigt viele Dinge auf, die wohl fast niemand, der die Bücher nicht gelesen hat, so umfassend und systematisch kennt. Nun ist der Zeitgeist nicht unbedingt für diese Art der Fotografie geeignet.

Hinzu kommt: “Fotografen bedienen sich kaum soziologischer Theorien und der soziologischen Begriffswelt, um ihre Abbildungsprojekte ideologisch zu unterfüttern. Meist werden diese Projekte von einer impliziten, den Fotografen kaum bewussten und nicht thematisierten Ideologie getragen. “Ein Bild sagt mehr als tausend Worte”, lautet dann die Begründung für diese intellektuelle Blindheit. Andererseits nutzen Soziologen in der Regel kaum das Medium Fotografie, der visuelle Gehalt eines Bildes scheint ihnen nicht wissenschaftlich genug fassbar zu sein.”

So führt uns der Autor langsam auf den Weg, um einen Ansatz immer wieder theoretisch zu reflektieren, der als “visuelle Soziologie” dabei ist, sich zu etablieren. Dabei geht es Rudolf Stumberger nicht nur um Geschichten im Bild sondern zugleich um die Geschichte des Bildes, das da gerade etwas zeigt.

Da man nicht nicht kommunizieren kann, ist das Objekt des Fotografen zugleich immer in einer Beziehung mit dem Fotografen und dieser Zusammenhang spielt immer eine Rolle. Stumberger dringt dann wirklich in alle Tiefen vor, die es zu diesem Thema geben kann.

Er zeigt den Zusammenhang zwischen sozialer Perspektive und verdecktem Hintergrund auf: “Dem Gauner ist das Gerichtsgebäude ein anderes Ding als dem Richter, dem Arbeiter die Fabrik ein anderes Ding als dem Manager.”

Und er zeigt, dass Bilder überhaupt erst in der sozialen Sphäre eine Bedeutung gewinnen und diese variiert: “Der Weg des Bildes in die öffentliche Sphäre ist der Weg des Bildes in die verschiedenen gesellschaftlichen Felder wie dem ästhetischen Feld des Kunstmarktes, dem journalistischen oder dem politischen Feld. In ihnen herrschen bestimmte Spielregeln und eigene Wertmaßstäbe, agieren eigene Institutionen und spezifische Gruppen.”

Er nennt dann sechs Kriterien, um fotografische Projekte einzuordnen und untersucht im ersten Band die europäisch-amerikanische Entwicklung dieser Fotografie.

Dabei geht er detailliert auf Lewis W. Hine, den New Deal, Walker Evans und Dorothea Lang, russische Ansätze mit Rodtschenko, El Lissitzky, deutsche Vertreter wie Walter Ballhause, August Sander und viele mehr ein. Stumberger zeigt die Zeit von 1900 bis 1945 auf. Dieser erste Band wurde als Habilitation konzipiert.

Der neu erschienene zweite Band, der die Zeit von 1945 bis 2000 untersucht, ist ebenso tief und gut konzipiert. “Die Nachkriegszeit bis hin zur Mitte der 1970er Jahre – die Ölkrise 1973 markierte den Wendepunkt in der wirtschaftlichen, politischen und sozialpolitischen Entwicklung – wird von Historikern auch als das “Goldene Zeitalter” bezeichnet… Diese Zeit lässt sich auch so charakterisieren: Als eine Zeit, in der zum ersten Mal für all die körperlich schwere, oft gesundheitsbelastende, oft monotone und einseitige, in Sonn-, Feiertags- und Nachtschichten und am Fließband erbrachte Arbeit ein vernünftiger Lohn gezahlt wurde, der mehr erlaubte, als das bloße kümmerliche Überleben.”

Hatte Stumberger im ersten Band noch darauf hingewiesen, dass die sozialdokumentarische Fotografie in der ersten Hälfte des 20. Jhdt. “Teil eines umfassenden Prozesses der Visualisierung von Welt” war, so zeigt er im 2. Band den Wandel.

Chargesheimer, Doisneau, Ronis, Eugene W. Smith, William Klein, Diane Arbus, Garry Winogrand, Lee Fridlander, Milton Rogovin und viele andere werden dort mit ihrem Ansatz dargestellt.

Stumberger fasst dies so zusammen: “Demgegenüber ist die sozialdokumentarische Fotografie der Nachkriegszeit in überwiegendem Maße das Werk von einzelnen Individuen… Der Blick dieser Nachkriegsfotografen ist nicht mehr wie in den 1930er Jahren durch eine politisch eingebettete und ausgearbeitete Ideologie bestimmt.”

Im ersten Band hatte Stumberger Roland Günter zitiert, der schrieb: ”Sozialfotografie ist die fotografische Erfassung der sozialen Realität.”

Diese Begrifflichkeit ist deshalb so interessant, weil diese Art der Fotografie “engagiert, parteilich, interessengeleitet” ist. Stumberger zeigt sehr detailliert auf, wie dies in den 1970er Jahren zum “Hinüberwechseln der Fotografie in das Feld der Kunst” führt.

Für ihn sind Bernd und Hilla Becher das personifizierte Symbol für diese Veränderung. “Sie stehen nicht nur für die Verschiebung der Dokumentarfotografie hinein in den Bereich der Kunst, sondern ihre Motive zeigen zugleich die Wahrzeichen einer mittlerweile untergegangenen industriellen Epoche.”

Es folgt eine sehr lesenswerte Darstellung. Er untersucht Robert Adams, Nicholas Nixon, Stephen Shore und andere und dann kommt der Satz: “Das Eintrittsbillet in die Kunst heißt dabei Interesselosigkeit.”

Und einige Zeit später lesen wir: “In dieser Interesselosigkeit schwebt auch jene dokumentarische Fotografie im letzten Quartal des 20. Jahrhunderts, die sich oft mit Großbildkameras und in großformatigen Fotografien in Tradition der Neuen Sachlichkeit aus den 1920er Jahren der Welt zuwendet. Ist die soziale Welt eine Welt der Interessen, Urteile und Bedeutungen, so ist die Welt dieser Dokumentarfotografie die der kühlen Distanz und der technisch objektiven leidenschaftslosen Darstellung der Dinge.”

So ist auf einmal auch der Unterschied zwischen interesseloser dokumentarischer Fotografie und sozialer dokumentarischer Fotografie klar. Doch damit endet dieses Buch natürlich nicht.

Ich möchte dennoch an dieser Stelle aufhören und beide Bände sehr empfehlen. Ich würde aber mit dem zweiten Band beginnen, weil er auch Bewertungskriterien für aktuelle fotografische Entwicklungen ermöglicht.

Diese Bücher sind eine Sternstunde der Fototheorie und Fotogeschichte und der eigenen Auseinandersetzung mit der Fotografie, wenn sie mehr sein soll als das Festhalten einer Familienfeier.

An mehreren Stellen in den Büchern wird auch deutlich, wie undankbar diese Art der Fotografie ist, weil man eigentlich kaum Geld damit verdienen kann und der persönliche Aufwand ziemlich hoch ist.

Man könnte sagen, sozialdokumentarische Fotografie rüttelt an den Verhältnissen und fordert zu Engagement auf, leidenschaftslose bzw.interesselose dokumentarische Fotografie hat keine Meinung. Beide Bereiche sind Teile der Dokumentarfotografie.

Genau dies macht die Fotografie zu einem Spiegelbild des Zeitgeistes. Wo Menschen zu Maschinen werden ohne Herz und Verstand, da ist dann auch die Fotografie ohne Herz und Verstand, könnte man dann denken.

Aber auch hier zeigen die beiden Bände, dass es sich um einen Prozess handelt, eben um Geschichte. Ich habe zu Beginn auf sechs Kriterien hingewiesen, die Stumberger anführt, um Fotografie gedanklich einordnen zu können. Dies ermöglicht eine sehr viel bessere Einordnung von Fotografie als dies in den meisten Medien jemals geschehen wird.

Aber man darf natürlich die Fotografie auch nicht überschätzen. Das Leitmedium Fotografie wurde durch das Leitmedium Fernsehen abgelöst und vielleicht wird es zukünftig durch das Internet gar kein Leitmedium mehr geben. Umgekehrt wurde noch nie so viel fotografiert und so viel veröffentlicht wie seit dem Siegeszug der digitalen Welt. Aber bedeutet dies überhaupt etwas?

Der Erkenntnisgewinn aus diesen beiden Büchern war für mich sehr groß. Beide Bücher beinhalten natürlich viel mehr als ich in diesem Artikel zeigen kann. Sie lohnen sich sehr.

Rudolf Stumberger

Klassen-Bilder I
Sozialdokumentarische Fotografie 1900-1945
ISBN 978-3-89669-639-7

Klassen-Bilder II
Sozialdokumentarische Fotografie 1945-2000
ISBN 978-3-86764-281-1

Abschließend noch eine Anmerkung. Ich habe bewußt auf Seitenzahlen hinter den Zitaten verzichtet und auf die Nennung der 6 Kriterien. Nachdem ich mehrmals erlebt habe, dass Studenten oder Schüler meine Artikel und Zitate übernommen haben, um nicht selbst lesen zu müssen, verzichte ich auf die Seitenzahlen und manche wichtigen Details. Es lohnt sich nämlich, das Buch selbst zu lesen und vielleicht sind dann ganz andere Textstellen wichtig wie die, die ich rausgesucht habe.