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Die Geografie der Armut gibt es aktuell nur in Amerika

Während in Deutschland die unteren Schichten gerade aus der fotografischen medialen Öffentlichkeit verschwinden, tauchen sie in den USA zunehmend auf.

Offenbar hat der Sender MSNBC den Fotografen Matt Black unterstützt und so eine fotografische Landkarte der Armut in den USA erstellt.

Das Ganze ist als Webseite des Fotografen zu sehen und als Webseite mit Photos and Words, also Texten, bei msnbc.

Interessant ist dabei, daß die Instagram-Fotos des Fotografen offenbar nicht ausreichen für die Kombination aus Texten mit Fotos. Das spricht für Ansprüche über das digitale Quadrat hinaus.

Matt Black fing 2013 mit einem instagram-feed über seine Heimatregion an und reiste 2015 drei Monate zu den Regionen mit den meisten Armen (in Kooperation mit msnbc?).

Das führte zu einer Ausstellung und einigem mehr und erinnert an ein anderes Projekt.

Auf zeit.de ist nun auch eine Fotostrecke zu sehen.

Es lohnt sich also darüber nachzudenken.

Es handelt sich um ein privatwirtschaftlich finanziertes Projekt.

Würde zeit.de dies auch zeigen, wenn es sich um Deutschland handeln würde? – Vielleicht!

Stellen Sie sich doch mal vor, wir würden in Deutschland nun eine Landkarte der Armut erstellen und Fotografen würden die Städte und Dörfer besuchen, die die höchste Armutsquote haben wie Remscheid, Wuppertal etc. und dann systematisch dies mit entsprechenden Fotos zeigen, ähnlich wie in den USA.

Können Sie sich vorstellen, dies würde hier dann auch noch in diesem Jahr gezeigt?

Da käme ja die Frage auf, wer ist schuld daran, weil es ja von der Politik gemacht wurde durch Gesetze für Armut und für Reiche.

Lassen Sie einfach mal ihre Gedanken kreisen …

Doch neben dieser politischen Frage möchte ich auch noch ein fotografisches Thema erörtern.

Die Geography of poverty ist komplett digital. Es gibt außer einer kleinen Broschüre zu einer Ausstellung nur digitale Fotos. Die Fotos, die auf instagram publiziert wurden, sind damit ja auch nicht mehr verkaufbar und die Fotos darüber hinaus haben wahrscheinlich den Einsatz des Fotografen bezahlt und die Wörter der schreibenden Journalistin.

Während man bei uns im Rahmen öffentlicher Förderung sogar gezwungen wird von digitalen Fotos Papierabzüge zu erstellen, weil die Gremien nicht bereit sind, die digitalen Fotos zu akzeptieren(!), werden woanders selbstverständlich rein digitale Projekte gefördert – aber offenbar privat finanziert.

Das aber nur am Rande.

Interessanter finde ich den Vergleich zwischen der Webseite des Fotografen und der Reportage auf msnbc. Da wirken die Fotos allein auf mich ziemlich verloren.

Ich finde man sieht hier sehr gut, wie wichtig Texte zu den Fotos sind, damit sie wirklich aussagekräftig werden. Denn die Fotos allein sagen wenig aus. Sie könnten fast überall und nirgends sein. Insofern ist der Text auch hier wesentlicher Bestandteil eines Fotos, das eine gute Aussage haben soll, wenn es um sozialokumentarische Fragen geht. Das bestätigt den Ansatz von Henri Cartier-Bresson für den die Textunterschriften seiner Fotos wesentlicher Bestandteil der Fotos an sich waren.

Hinzu kommt, dass die Fotos mit ihrer detailverschluckenden Schwarzeissanmutung eben nicht ermöglichen, Details zu entdecken, die Ort, Zeit und Umstände der Aufnahme deutlich machen.

In der Kombination der Fotos mit der multimedialen Aufbereitung durch gute Texte und eine interaktive Landkarte entsteht dann eine beeindruckend gute journalistische Dokumentation, die einem guten Buch gleichwertig ist aber eben digital-interaktiv. Das ist nicht besser sondern anders.

Abschließend fehlt hier noch eine soziale Einordnung. Alles dies war vor dem Wahlsieg von Donald Trump bekannt und ausgestellt und genau diese Menschen haben ihre Hoffnung auf Herrn Trump gesetzt. Darüber lohnt es sich auch einmal nachzudenken, denn die Dokumentation dieser Landkarte der Armut ist ja auch eine Dokumentation der vorherigen Politik

Saturn im Schützen und Chewing Gum in Wuppertal oder wie ich lernte meine Welt zu akzeptieren

chewing gum in wuppertal by mike mahlke

chewing gum in wuppertal by mike mahlke

Die Qualität der Zeit

Aktuell ist Saturn in Schütze. Das sagt Astrologen etwas. Astrologen schauen auf die Konstellationen am Himmel und dann auf die Ereignisse auf der Erde. Das sammeln sie wie Historiker. Das nennt sich Mundanastrologie und so kann man sagen, als das letzte Mal diese oder jene Konstellation am Himmel war geschah folgendes auf der Erde. Das meint man mit „wie oben so unten.“

Als das letzte Mal Saturn in Schütze war gab es den Zusammenbruch des Sozialismus, es gab Glasnost, Perestroika, den Fall der Mauer etc. Das meinen Astrologen mit Zeitqualität.

Und nun haben wir gerade den Fall der Grenzen in der EU und in Deutschland. Aber Saturn bleibt noch ein paar Jahre, so daß es noch weiter geht. Grenzen, falsches Denken, Revolutionen, alles ist möglich.

Im persönlichen Horoskop spielt Saturn auch immer eine Rolle, je nach den Aspekten im Radix.

Saturn räumt auf im Leben.

Nun denn – hallo Saturn!

chewing gum on christmas market - Foto: Michael Mahlke

chewing gum on christmas market – Foto: Michael Mahlke

Die Qualität der Statistik

Eric Kim gilt für David Gibson in seinem Buch über Streetfotografie als DER Streetfotografie-Guru der sozialen Netzwerke.

Kim selbst ist von mir schon einmal diskutiert worden. Mir fehlte damals sein persönliches fotografisches Profil. Die Nutzung der sozialen Medien hat er wirklich gut drauf. Nun hat er einen Artikel über das Bloggen geschrieben, der mich zu diesem Artikel inspiriert hat. Das spricht für seinen Artikel.

Dort schreibt er, daß er pro Tag auf seinem Blog täglich (11/2015) ca. 7.000 unique visits hat.

Bei Facebook hat er mehr als 250.000 Menschen, die seine Beiträge abonniert haben.

Ich habe beim Thema Fotografie im Bereich Fotomonat mit artlens, streetlens und frontlens im deutschen Sprachraum aktuell 2015 im Schnitt gut 3.600 unique visits pro Tag. Und ich bin überhaupt nicht auf Facebook damit.

Falsch verstanden, die Pfeile zeigen in Remscheid den Weg zum Ascher und Papierkorb - Foto: Michael Mahlke

Falsch verstanden, die Pfeile zeigen in Remscheid den Weg zum Ascher und Papierkorb – Foto: Michael Mahlke

Die Qualität des Privaten

Gut die Hälfte ohne Facebook und nur für den deutschsprachigen Raum.

Das finde ich nicht schlecht.

Die Logik bei Facebook ist ja, daß ich etwas kostenlos produziere und Facebook zur Verfügung stelle, damit dies dann mit ihrer Werbung den Followern zur Verfügung gestellt wird. Verdient hat also trotz vieler Follower nur Facebook. Und für dieses Adressbuch stelle ich auch noch freiwillig die absolute Überwachung aller meiner Aktivitäten zur Auswertung und zum Weiterverkauf zur Verfügung. Das muß nicht sein. Hinzu kommt, daß ich dort nur so schreiben darf wie Zuckerberg es will. Zensur ist also inbegriffen wie ich schon erlebt habe.

Weniger ist für mich mehr.

Eric Kim hat ebenso wie ich kostenlose PDF-Bücher zur Streetfotografie zur Verfügung stellt.

Meine sind etwas kleiner und schneller zu lesen und in zwei Sprachen verfügbar.

Eric Kim ist in den sozialen Medien und im englischsprachigen Raum viel weiter verbreitet.

Ich bin digital nur halb so groß und nicht kommerziell sondern privat.

Insofern freue ich mich, wenn Sie hier meine „mittelständischen“ privaten Räume besuchen und lade Sie abschließend noch ins Wupperartmuseum ein.

Eine gute Zeit

Michael Mahlke

 

Das neue Image der Streetphotography

Subjektive Beobachtungen objektiv vorhandener Kommunikation

Foto: Michael Mahlke

Foto: Michael Mahlke

Imagebildung bedeutet Bilder bzw. Eindrücke von einer Sache zu vermitteln, um gefühlsmäßig Meinungen anderer zu beeinflußen.

Und so ist die Streetphotography oder Strassenfotografie gerade dabei, ein neues Bild zu erhalten, das  der neuen Zeit angepaßt wird. Da lohnt sich schon das Hinschauen.

Streetphotography als Wellness-Fotografie

Streetfotografie, Strassenfotografie oder wie auch immer ist unpolitische Fotografie. Sie dokumentiert Momente aus Sicht des Fotografen – aber ohne Hintergrund. Sie hat hier auf dieser Webpräsenz ihren festen Platz weil sie einen jeweils aktualisierten Spiegel der Gesellschaft abgibt mit ihren sichtbaren Trends, aber es ist keine sozialdokumentarische Fotografie, die sich einmischt sondern einfach das Fotografieren auf der Straße.

Wer heute durch die veröffentlichte digitale Szenerie der Streetpix surft, der sieht dies sehr genau.

Fotografie als Wellnessprodukt

Und da es auch fotografisch immer neue Moden gibt, werden gerade verkaufsfördernde Reizbegriffe aus den Wellnessoasen in die Fotografie importiert.

Zen und Meditation im Zusammenhang mit Fotografie entwickeln sich gerade weltweit als Thema nach dem Motto „Die besten Fotos gibt es nach der Meditation“ und mit der Lebensweisheit von Laotse „Weisheit lernt man nicht und Gelernt ist nicht weise.“

Da ja heute alles mit Einbinden des Körpers geschieht, ist nun das Fotografieren dran. Es ist auch wirklich zu banal, sich auf die Automatik zu verlassen und einfach abzudrücken. Für den richtigen Umgang mit dem Fotoapparat muß schon mal die asiatische Art zu denken und zu leben dabei sein.

Fotografie als Glaubensfrage

So erhält die Fotografie einen fast schon philosophischen bis religiösen Stellenwert. Man muß eben an all das glauben, was uns aktuell gerade vermittelt wird.

Soziale Gebrauchsweisen der Wellness-Fotografie

Unter dem Gesichtspunkt der sozialen Gebrauchsweisen ist es interessant, dass damit natürlich auch wieder Merkmale für soziale Unterschiede vermittelt werden. Ein paar Vorschläge von mir, die unausgesprochen so schon ablaufen:

  • Hast du eine Leica und warst auf einem Seminar mit Meditation und fotografischen Übungen dann erhältst du ein Zertifikat als qualifizierter Rangefinder-Zen-Fotograf.
  • Hast du eine Nikon und warst auf einem Seminar mit Zen-Fotografie und Tai Chi dann erhältst du ein Zertifiakt als geprüfter Zen-Fotograf.
  • Hast du eine Olympus und warst auf einem Seminar mit Wellness-Anteilen zum Thema Meditation und Tao, dann gibt es für dich den zertifizierten Abschluß als olympischer taoistischer Streetfotograf.
  • usw.

Das wäre doch was.

Natürlich ist dies auch ein Zeichen von Globalisierung. Das Aufnehmen neuer Elemente ist positiv betrachtet auch Horizonterweiterung. Aber eine verbesserte Fotografie hat natürlich nur sehr begrenzt mit vorbereitenden körperlichen Übungen zu tun, es sei denn, man will spezielle Exkursionen mitmachen oder 8000er erklettern und dort fotografieren.

Aber wenn es die Freude an der Fotografie erhöht, dann sollte auch dies alles gemacht werden.

Allerdings kann man auch ohne diese Elemente gute Fotos machen. Es reicht sogar ein einfacher Spaziergang.

Das aber nur am Rande und zum Schluß dieses Artikels.

 

Wo die Wikipedia nicht reicht oder was ist Straßenfotografie bzw. Streetfotografie?

Grafik: Michael Mahlke

Grafik: Michael Mahlke

Eigentlich schaue ich gerne in die Wikipedia. Aber mittlerweile sind einige Artikel doch entweder eher pure Werbung oder sehr kritisch zu sehen. Ich  möchte dazu als ein Beispiel den Artikel zum Thema „Straßenfotografie“ nehmen (Zugriff am 31.03.2013).

Ich staunte nicht schlecht welche „Kritieren“ für Straßenfotografie genannt wurden, weil sie in dieser Form weder historisch zutreffen noch praktischen Wert haben.

Zudem führt die erste Verlinkung direkt auf den Blog fokussiert.com, auf dem sich eine Dame zu dem Thema geäußert hat in einem aufgesplitteten Beitrag, der über die persönliche Meinung eher wenig hinausging. Lediglich die Kommentare würden dort etwas weiter führen. Aber welche Relevanz hat genau dieser Blogbeitrag und die Person, die ihn geschrieben hat, für das Thema Straßenfotografie?

(siehe dazu die Kommentare am Ende)

Das ist wohl nur mit der Vermutung erklärbar, dass dadurch Traffic auf den Blog gelenkt werden soll. Mit der seriösen Erörterung des Themas hat es wohl kaum zu tun.

Wenn man dann auch noch schreibt „und zeichnet Straßenfotografie als künstlerische Gattung aus“, dann zeigt dies eine besondere Sichtweise.

Dies gilt ebenso für die nächste Verlinkung. Der dort aufgeführte Fotokurs Straßenfotografie hat ja nun mit klassischer Straßenfotografie nichts zu tun sondern es geht in dem Buch um Fotografieren im Alltag im urbanen Raum.

Da gibt es wohl bessere und zudem noch kostenlose Ebooks zum Thema Strassenfotografie im Netz.

Das Buch von Clive Scott dann auch noch aufzuführen als einzige andere Quelle zeigt, dass hier kaum dem Thema real begegnet wird.

Herr Scott ist Professor für Literatur und als ich das Buch las, war ich sehr enttäuscht, weil es eben nicht das Thema richtig anpackt. Mit dieser Kritik stehe und stand ich nicht allein, wie man hier lesen kann.

Einzig die Frage nach dem Unterschied zwischen Straßenfotografie und Dokumentarfotografie ist hilfreich aufgeführt.

Wenn es sich um einen stärker sachlich-substantiierten Artikel der Wikipedia handeln würde, dann wäre es wohl zumindest erforderlich gewesen, auf andere Quellen zurückzugreifen oder die aufgeführten Hinweise entsprechend relativiert einzubetten, zumal im Jahre 2012/2013.

Aber wahrscheinlich ging es nur darum, das Buch und die Bloggerin zu promoten.

Wenn man nun die deutsche Wikipedia verläßt, dann wird es besser.

Da ich das Thema schon ein Jahrzehnt verfolge, möchte ich zunächst auf diese Verlinkung in der Chronik der englischsprachigen Wikipedia verweisen.

Dort sieht man sehr gut, dass im Jahr 2007 ein substanzieller und guter Artikel zum Thema Streetphotography/Straßenfotografie dort erschienen ist.

Er wäre ein gutes Vorbild für die deutsche Version geworden, die man hätte ergänzen können.

Aber auch diesen Artikel hat man nahezu vollständig verändert und aus einem historisch exakten Artikel einen Allgemeinplatz für die heutige Zeit gemacht.

Wenn man zumindest ein paar Links haben möchte, die weiterhelfen, dann verweise ich aktuell auf diese hier:

Allein diese 7 Verlinkungen geben viele Informationen zum Thema Straßenfotografie/streetphotography, die weit über den Horizont des Artikels in der aktuellen Fassung der deutschen Wikipedia hinausgehen. Da der Vorteil der Wikipedia ihre Teil-Transparenz ist, kann es gut sein, dass dieser Artikel auch dort zu Verbesserungen führt. Ich habe dort diesen Artikel als Ergänzung eingetragen. Mal sehen, ob er den Artikel erweitert oder wieder gelöscht wird.

Warten wir es ab – und nutzen die Zeit für gute Streetphotography!

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